In einem Hallenbad gelangt ständig Feuchtigkeit in die Raumluft. Hauptursache ist die Verdunstung an der Wasseroberfläche. Badegäste und Wasserattraktionen wie Strömungskanäle, Sprudler oder Rutschen erhöhen die Verdunstung zusätzlich. Deshalb benötigt jedes Hallenbad eine entsprechend ausgelegte Lüftungsanlage, die gleichzeitig die Entfeuchtung übernimmt.
Die Verdunstung hängt vor allem von der Größe und Nutzung des Beckens sowie von den Bedingungen in Wasser und Raumluft ab.
Die VDI 2089 verwendet dafür sogenannte Wasserübergangskoeffizienten. Vereinfacht gesagt: Je stärker ein Becken genutzt und bewegt wird, desto höher ist die Verdunstung.
Ein normales Hallenbadbecken wird beispielsweise mit folgenden Werten angesetzt:
| Zustand | Wasserübergangskoeffizient |
|---|---|
| Becken abgedeckt | 0,7 m/h |
| Becken unbenutzt | 7 m/h |
| benutzt, Wassertiefe < 1,35 m | 28 m/h |
| benutzt, Wassertiefe > 1,35 m | 40 m/h |
| Wellenbecken im Wellenbetrieb | 50 m/h |
Wasserattraktionen berücksichtigen
Bei Freizeit- und Erlebnisbädern reicht die Betrachtung der normalen Wasserfläche nicht aus. Strömungskanäle, Wasserpilze, Gegenstromanlagen, Nackenduschen, Bodensprudler und ähnliche Attraktionen erhöhen die Wasserbewegung und damit die Verdunstung.
Die VDI 2089 fordert deshalb, die Betriebsweise der Attraktionen bei der Auslegung zu berücksichtigen. Dafür sollte mit dem Betreiber festgelegt werden, welche Attraktionen gleichzeitig und wie lange betrieben werden.
Aus der maximal zu erwartenden Verdunstung ergibt sich der notwendige Außenluftbedarf zur Entfeuchtung.
Die VDI 2089 verwendet dafür eine Entfeuchtungsbreite von 5,3 g/kg. Dieser Wert ist bei der Berechnung des Außenluft-Auslegungsmassenstroms einzuhalten.
Wichtig ist außerdem der Luftwechsel: In der Schwimmhalle muss ganzjährig mindestens ein vierfacher Luftwechsel sichergestellt werden. Zu- und Abluft sind entsprechend aufeinander abzustimmen.
Außenluft nicht nur nach Feuchtigkeit regeln
Eine Besonderheit der VDI 2089 ist die stärkere Berücksichtigung der Luftqualität. Die Lüftungsanlage soll nicht nur Feuchtigkeit abführen, sondern auch luftgängige Desinfektionsnebenprodukte aus der Schwimmhalle entfernen. Dieser hygienische Aspekt hat Vorrang vor einer rein energetischen Betrachtung.
Deshalb gelten Mindestwerte für den Außenluftanteil:
- Bade- und Reinigungsbetrieb: mindestens 15 % des Auslegungsmassenstroms
- bei Abweichungen der Wasserqualität hinsichtlich flüchtiger Desinfektionsnebenprodukte: mindestens 30 %
- Ruhebetrieb: mindestens 10 %
Bei Bedarf kann der Außenluftanteil bis auf 100 % erhöht werden.
Nicht nur die Luftmenge ist entscheidend. Die Luft muss auch sinnvoll durch die Schwimmhalle geführt werden.
Die Zuluft sollte insbesondere zur Vermeidung von Kondensation vorzugsweise entlang der Fenster eingebracht werden. Bei entsprechend gut gedämmten Fenstern kann davon abgewichen werden.
Die Abluft sollte an mehreren Stellen oberhalb der Wasserfläche abgesaugt werden. Eine einzelne, punktuelle Absaugstelle reicht nach VDI 2089 nicht aus.
Die feuchte und chloridhaltige Schwimmbadluft stellt hohe Anforderungen an das RLT-Gerät. Materialien müssen deshalb gegenüber der Schwimmbadluft korrosionsbeständig sein.
Außerdem fordert die VDI 2089 unter anderem eine Gehäusedämmung der Klasse TB2 nach DIN EN 1886 und eine sichere Ableitung des anfallenden Kondensats. Bei außen aufgestellten Geräten ist der Kondensatablauf mit einer Begleitheizung auszustatten.
Auch bei der Wärmerückgewinnung steht die Luftqualität im Vordergrund. Wärme darf zurückgewonnen werden, die Abluft soll jedoch nicht wieder in die Schwimmhalle gelangen, wenn dadurch Desinfektionsnebenprodukte aufkonzentriert werden könnten.
Für einige typische Nebenräume gibt die VDI 2089 ebenfalls einfache Richtwerte vor:
| Raum | Luftvolumenstrom |
|---|---|
| Aufsichtsraum | 25m³/h je m² |
| Dusche | 220 m³/h je Dusche |
| WC/Urinal | 100 m³/h je Stück |
| Sammelumkleide | 20 m³/h je m² |
| Umkleide mit Einzel-/Wechselkabinen | 15 m³/h je m² |
- Für die Planung einer Hallenbadlüftung nach VDI 2089 sind vor allem Wasserverdunstung, Nutzung der Becken, Wasserattraktionen, Entfeuchtungsbedarf, ausreichende Außenluft und eine gute Luftführung entscheidend.
- Dabei gilt: Möglichst wenig Energie zu verbrauchen ist wichtig – Feuchteschutz und hygienische Luftqualität dürfen dadurch aber nicht beeinträchtigt werden.
Kontaktieren Sie uns bereits frühzeitig in der Planungsphase, damit wir gemeinsam das richtige Pool Line Gerät für Ihre Anforderungen konfigurieren können.