Raumlufttechnische Anlagen in Schwimmbädern arbeiten unter besonders anspruchsvollen Bedingungen. Hohe Temperaturen, eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit und chloridhaltige Schwimmbadluft können metallische Bauteile angreifen und Korrosion verursachen.

Ein geeigneter Korrosionsschutz gehört deshalb zu den wichtigen Qualitätsmerkmalen eines Schwimmbad-RLT-Geräts. Er schützt Gehäuse, Wärmetauscher, Kondensatwannen und weitere Bauteile und trägt damit wesentlich zu einer langen Lebensdauer und hohen Betriebssicherheit der Anlage bei.

In einer Schwimmhalle herrschen deutlich andere Bedingungen als beispielsweise in einem Bürogebäude. Wasser verdunstet permanent und wird von der RLT-Anlage zusammen mit der Raumluft angesaugt.

Hinzu kommt die besondere Zusammensetzung der Schwimmbadluft. Die VDI 2089 weist ausdrücklich auf die erhöhte Chloridionenkonzentration hin und fordert, dass die eingesetzten Materialien gegenüber der Schwimmbadluft korrosionsbeständig sein müssen.

Treffen Feuchtigkeit, Sauerstoff und korrosiv wirkende Bestandteile auf ungeschützte metallische Oberflächen, kann Korrosion entstehen. Besonders kritisch sind Bereiche, in denen regelmäßig Kondensat anfällt.

Korrosion ist dabei nicht nur ein optisches Problem. Sie wird langfristig Bauteile beschädigen, die Funktion von Komponenten beeinträchtigen und den Wartungsaufwand erhöhen. Ein guter Korrosionsschutz trägt deshalb entscheidend zur Lebensdauer des gesamten RLT-Geräts bei und ist somit im höchsten Maße nachhaltig.

Bei RLT-Geräten kann Korrosion auf unterschiedliche Weise verhindert oder zumindest stark verlangsamt werden. In der Praxis werden meistens mehrere Maßnahmen miteinander kombiniert.

Beschichtungen bilden eine Schutzschicht zwischen dem metallischen Bauteil und der aggressiven Umgebung. Die Qualität und Beständigkeit der Beschichtung muss dabei zur jeweiligen Belastung passen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Auswahl korrosionsbeständiger Werkstoffe. Abhängig vom Einsatzbereich können beispielsweise geeignete Aluminium- oder Edelstahlausführungen eingesetzt werden.

Auch die Konstruktion des Geräts spielt eine wichtige Rolle. Fugen, Nähte, Schnittkanten und Bereiche mit Kondensatanfall sollten so ausgeführt sein, dass Feuchtigkeit möglichst wenig Angriffsfläche erhält und Kondensat sicher ablaufen kann.

Bei HANSA werden beispielsweise die Gehäuse der Pool Line Geräte aus platal beschichteten Blechen hergestellt. Die Rahmenkonstruktion besteht aus eloxiertem Aluminium AlMg3 mit entsprechend sehr hohem Korrosionsschutz. Die Lamellen der Register sowie auch die Wärmerückgewinnung sind beschichtet, die Ventilatoren in erhöhtem Korrosionsschutz ausgeführt. Weitere Einbauteile zur Aufnahme der Gerätekomponenten werden in der Hansa-eigenen Pulverbeschichtungsanlage beschichtet.

Zur Einordnung der Korrosionsbelastung wird häufig die DIN EN ISO 12944 herangezogen. Sie unterscheidet verschiedene Korrosivitätskategorien. Diese reichen von C1 bei sehr geringer Korrosivität bis C5 bei sehr hoher Korrosivität; darüber hinaus gibt es CX für außergewöhnlich hohe Belastungen.

Vereinfacht lässt sich die Einteilung so darstellen:

KategorieKorrosionsbelastungTypisches Beispiel
C1sehr geringtrockene Innenräume
C2geringInnenräume mit gelegentlicher Feuchtigkeit
C3mäßigProduktionsräume mit höherer Feuchte
C4hochunter anderem Schwimmbäder
C5sehr hochsehr aggressive und feuchte Umgebungen
CXextremaußergewöhnlich aggressive Umgebungen

Zusätzlich zur Korrosivitätskategorie kann die gewünschte Schutzdauer berücksichtigt werden. Das Kürzel „H“ steht dabei für eine hohe Schutzdauer. Wichtig: Die Schutzdauer ist eine technische Planungsgröße und nicht mit einer Garantie- oder Gewährleistungsdauer gleichzusetzen.

Die Pool Line Geräte von HANSA Klimasysteme wurden speziell für die Entfeuchtung und Klimatisierung von Schwimmbädern entwickelt. Entsprechend wird dem Korrosionsschutz bei diesen Geräten besondere Bedeutung beigemessen.

Bei der Schwimmbadausführung werden alle Einbauteile gegen chlorhaltige Luft pulverbeschichtet. Nach Herstellerangaben liegen außerdem keine verzinkten Materialien im Luftstrom. Fugen und Nähte im Geräteinneren werden zusätzlich abgedichtet.

Für die von HANSA gefertigten Einbauteile – beispielsweise Bauteile von Heiz- und Kühlregistern, Schalldämpfer und Kondensatwannen – gibt HANSA eine Beschichtung in der Korrosionsschutzklasse bis C5-H an. Nicht beschichtete Teile sind aus nicht rostenden Materialien gefertigt (Aluminium eloxiert, Edelstahl)

Die Geräte sind konstruktiv und hinsichtlich der verwendeten Materialien gezielt auf die feuchte und chloridhaltige Atmosphäre eines Schwimmbads ausgelegt. HANSA nennt den hohen Korrosionsschutz aller verwendeten Materialien und Komponenten entsprechend als ein wesentliches Merkmal seiner Schwimmbadgeräte.

Bei einem Schwimmbad-RLT-Gerät sollte nicht nur auf Anschaffungspreis und Energieeffizienz geachtet werden. Die Anlage ist über viele Jahre hinweg einer anspruchsvollen Atmosphäre ausgesetzt. Schäden durch Korrosion können Reparaturen, erhöhten Wartungsaufwand oder den vorzeitigen Austausch einzelner Komponenten verursachen.

Ein hochwertiger Korrosionsschutz unterstützt deshalb:

lange Lebensdauer – hohe Betriebssicherheit – geringeren Instandhaltungsaufwand – dauerhafte Funktion der Komponenten.

Gerade bei Schwimmbad-RLT-Geräten ist Korrosionsschutz somit keine Sonderausstattung, sondern ein wesentlicher Bestandteil einer dauerhaft zuverlässigen Gerätekonstruktion.

Kurz gesagt: Je besser Gehäuse, Einbauteile und Komponenten gegen die feuchte und chloridhaltige Schwimmbadluft geschützt sind, desto besser sind die Voraussetzungen für einen langlebigen und zuverlässigen Betrieb der RLT-Anlage.